Ligabetrieb

Erste mit beachtlichem 4-4 gegen starkes Bayerwald und Platz 4 in der Abschlusstabelle

Am Ende der Saison 19/20 steht – wie schon im Vorjahr – Platz 4 in der RLSO für die Ilmmünsterer Schachspieler. Erspielt wurde dieser Platz in der Runde 9 gegen den unmittelbaren Verfolger Bayerwald/Regen. Die Gäste waren mit 2 tschechischen Bundesligaspielern angetreten und somit eigentlich klar favourisiert gewesen. Am Ende stand es aber verdientermaßen 4-4 und auch ein knapper Heimsieg wäre nicht unverdient gewesen.

Da der Bayerische Schachbund (BSB) Ende August mit seiner Entscheidung, die Saison 19/20 im September 2020 weiterspielen zu lassen, die Vereine vor große Probleme gestellt hatte und die verbleibenden beiden Runden 8 und 9 von vielen Spielabsagen und kampflosen Ergebnissen geprägt waren, bleibt am Ende der Saison ein lachendes und ein weinendes Auge. Zum einen war der sportliche Wert der beiden letzten Runden angesichts Corona und der vielen Probleme (Spiellokale unter Hygienestandards, Spielerabsagen, fehlende Regelungen des Wettkampfbetriebs) doch arg geschmälert. Viele Vereine hätten sich eine professionellere und v.a. bessere Weiterspiel-Regelung des BSB gewünscht und viele Vereine standen – gerade im Abstiegskampf – unverschuldet ohne die halbe Mannschaft da. Das traf auch auf uns zu, da Platz 7 am letzten Spieltag immer noch drohte und 4 Absteiger von 10 Mannschaften vor dem Spieltag die wahrscheinlichste Konstellation war. Eine Niederlage gegen Bayerwald hätte also – so sah es am Spieltag aus – den Abstieg bedeuten können. Auf der anderen Seite nehmen wir positiv mit, dass auch ohne drei Stammspieler gegen eine der nominell stärksten Mannschaften der Liga stark gespielt wurde und der nötige Punkt so eingefahren wurde.

Diesmal Stand Thomas Niedermeier auf Grund beruflicher Verpflichtungen nicht zur Verfügung, ein schwerer Schlag, denn die Gäste hatten für ihn extra den Internationalen Meister Ivan Hausner mitgebracht. Auch Leo Knoblauch und Markus Reischl spielen Corona-bedingt nicht. So erhielten die Jung-Akademiker Felix Baier, Jonas Andre und Stephan Crone ihre Einsatzchancen und zeigten alle drei, dass auf sie Verlass ist.

Der Wettkampf begann mit einem sicheren remis von Andreas Kampert gegen den Teamkapitän der Gäste, Müller. Andreas hatte alle positionellen Trümpfe von weiß neutralisiert und so war das Remis folgerichtig.

Auch Stephan Crone einigte sich mit Kronschnabel in ausgeglichener Mittelspielstellung auf Remis. Hier war für beide Seiten noch mehr drinnen. Aber das Gleichgewicht stand auch hier.

Müller – Kampert: Remis
Crone – Kronschnabel: Remis

Georg Seisenberger hatte es mit IM Hausner zu tun und sah sich mit einer komplizierten Konigsindischen Partie konfrontiert. Der Tschechische Routinier blitzte die 20 Züge aus Brett, während Georg hier bereits 50 min investierte. Das sollte sich aber lohnen. Denn Hausner wurde ungenau und sah sich auf einmal starken weißen Drohungen auf den Linien e und g ausgesetzt. Leider lies Georg dann in der kritischen Phase eine große Gewinnchance aus und wickelte in ein Turmendspiel mit Mehrbauern ab, das nicht zu gewinnen war:1,5:1,5. Auch Felix Baier war gut aus der Eröffnung gekommen und hatte gegen Gschwendtner schönes Spiel bekommen. Leider schätzte er eine Abwicklung völlig falsch ein und strebte einen Qualitätsgewinn für zwei Bauern an. Aber genau dies Fortsetzung war gut für weiß und der tschechische Routinier ließ sich nicht lange bitten und realisierte den ganzen Punkt.

Seisenberger-Hausner: statt Df6:+ (=) gab es einen Gewinnzug, welchen?
Gschwendtner-Baier: c6(?) brachte den Freibauern auf b7 für die Quali und weiß den Sieg

Die übrigen 4 Partie gingen über die erste Zeitkontrolle. Bei Andre-Jonas gegen Simacek war eine irrationale Stellung am Brett (Jonas hatte eine Dame für Turm und Läufer geopfert), die niemand abschätzen konnte. Edi Huber stand vielversprechend gegen FM Miesbauer, genau wie Philip Schwertler gegen Palmi und Armin Höller drohte die übliche Zeitnotschlacht gegen Heiduk in komplizierter Stellung.

Wie im Spiellokal unter Hygiene- Bedingungen gespielt werden musste, zeigen die folgenden Fotos: Am Brett war die Maske optional, im Raum hingegen verpflichtend. Die Tische standen mindestens 3 Meter voneinander entfernt:

Simacek – Andre; Felix Baier kiebitzt
Schwertler-Palmi, im Hintergrund Miesbauer-Huber und Höller – Heiduk; Kiebitz: Geschwendtner

Den Schönheitspreis für die spektakulärste Partie fuhr dann Jonas ein. Sein Damenopfer, ob nun korrekt oder nicht, war an Ästhetik und Raffinesse nicht zu überbieten. Die kritische Stellung behandelte er mit kühlem Kopf und das Ende realisierte er sauber und abgeklärt. Jeder Schachfreund sollte sich die Partie im Ligamanager anschauen. Obendrein war der Punkt zum 2,5-2,5 schon beinahe spielentscheidend. Denn die verbleibenden Bretter standen alle etwas besser für Ilmmünster.

Simacek – Andre: ef: opfert die Dame
Simacek – Andre: Tc4:!!, nicht Te1:
Simacek – Andre: alles hängt, aber schwarz gewinnt die Dame; wie?
Miesbauer-Huber: schwarz hat auf e5 einen Bauern gewonnen, es hängen jetzt aber L und S, was tun?

Die beste Partie des Tages spielte indes Edi auf Brett 1. Mag sein, dass es nicht der Tag der Tschechischen Bundesligaspieler war, aber Edi nutzte die Chancen, die ihm Jungstar FM Miesbauer bot, unglaublich konsequent aus. Der erste Bauer war sicher noch nicht entscheidend, aber das Abholen des zweiten Bauern war schon taktisch raffiniert. Und als anschließend wieder eine Figur hing, fand Edi eine weitere taktische Lösung Der Rest war saubere Technik mit Dame und Springer gegen Damen und Läufer: 3,5-2,5.

Miesbauer-Huber: schwarz spielte Db6:! Und nach Da8: + Kg7 ist der Sa5 tabu
Miesbauer-Huber: schwarz gewann mit Se2

Wer nun dachte, dass der Rest ein lockerer Heimsieg werden würde, hatte die Tücken der Zeitnot nicht berücksichtigt. Denn sowohl Philip als auch Armin hatten große Zeitprobleme und viele Probleme zu lösen. Das ging bei Armin nicht gut. Er hatte zwar eine objektiv gute Stellung erzielt, aber Heiduk setzte seine Springer trickreich ein und hatte mit einer fall dann Erfolg. Armin übersah eine Springergabeldrohung und stellte die Partie ein. Mit nur einer Sekunde auf der Uhr überstand er die Zeitkontrolle – was ihm nur weitere zwei Stunden Peinigung einbrachte.

Alles hing also von Philip an, der ein etwas besseres Turmendspiel über die Zeit gebracht hatte. Leider ist Philips Gegner Palmi ein ausgezeichneter Endspielkenner, so dass selbst ein vielversprechender Mehrbauer Philip nicht zum Sieg reichte. Erst aufwändige Analysen werden zeigen, ob mehr als ein Remis drinnen war. Immerhin spielte Philip sicher den halben Punkt nach Hause, was den wichtigen Punkt sicherte: 4-3.

Schwertler-Palmi: kann weiß gewinnen?
Höller-Heiduk: weiß zieht Ta5?? und die schwarzen Springer gewinnen

Armin versuchte noch zwei Stunden und insgesamt 89 Züge lang mit Tricks und in der Hoffnung auf Zeitprobleme, Heiduk noch von der Siegerstraße zu drängen. Aber es half nichts. Am Ende spielte Heiduk den Punkt mit Mehrspringer und zwei verbundenen Freibauern sicher nach Hause. Das 4-4 war am Ende leistungsgerecht, auch wenn etwas mehr drin gewesen ist.

Damit ist die Saison erfolgreich beendet und wir sind alle sehr gespannt, was sich der BSB für die kommende Saison einfallen lassen wird.

Saisonfortsetzung mit Hindernissen

Der Bayerische Schachbund (BSB) hat unter unglücklichen Umständen die Saisonfortsetzung der Bayerischen Ligen angeordnet. 12 Mannschaften, darunter auch Ilmmünster haben sich gegen die übereilte und undurchdachte Saisonfortsetzung im September durch Beschwerde beim Verbandsgericht gegen diese Vorgehensweise gewehrt. Letztlich wurde ein Eilantrag auf Aufschiebung des Weiterspielens abgelehnt. In der Hauptsache steht die Entscheidung noch aus.

Die Probleme, die der BSB den Vereinen aufbürdete, waren mannigfaltig. So stehen etliche Vereine vor großen Problemen unter Corona-Bedingungen kurzfristig geeignete Spiellokale zu finden. Viele Mannschaften haben Spieler aus Risikogruppen, Spieler, denen das Risiko unter Corona-Bedingungen zu hoch ist und Selbstständige, die sich Verdienstausfall durch Quarantäne nicht leisten können. Kompliziert ist die Lage auch deshalb, weil die übergeordnete Bundesliga den Spielbetrieb ausgesetzt hat und es somit zu keinen Aufsteigern aus Bayern in die 2.Bundesliga kommt und die Abstiegssituation für alle Bayerischen Ligen ungeklärt ist. Die Vereine spielen also nunmehr in einem Wettbewerb weiter, dessen Modalitäten erst in Monaten entschieden werden. Hinzu kommt, dass der BSB die Vereine (in Bayern sind 70 Mannschaften betroffen) vorab weder informiert, noch befragt hat. Man hatte vollendete Tatsachen im kleinen Kreis geschaffen und dann den Vereinen die Folgen aufgebürdet.

Die Folge war große Empörung. Von 50 Mannschaften stellten sich in einer Umfrage 34 offen gegen den BSB, nur 10 waren für das BSB-Konzept. Wie letztendlich der BSB zu seiner Entscheidung gekommen ist, ist nicht klar. Auch hier liegt offensichtlich formal etliches im Argen.

Man kann nur hoffen, dass die anstehende Spielzeit 20/21 weniger Chaos bringen wird und der BSB die Vereine in Zukunft so einbinden wird, dass weitere Schäden vermieden werden.

Erste erreicht im Rumpfduell in Tegernsee ein 4-4

Mit großen Personalnöten musste die Erste Mannschaft in Tegernsee antreten. Auf Grund von Corona und vieler ungeklärter Fragen zum Wettkampfbetrieb, standen nur 6 Spieler für die 8er Mannschaft zur Verfügung. Zum Glück traf vergleichbares Elend auch viele andere Mannschaften, so auch die Gastgeber aus Tegernsee, die auch nur 6 Spieler stellen konnten.

Von der Stammmannschaft fehlten Edi Huber, Andreas Kampert (beide Urlaub), Leo Knoblauch, und Markus Reischl (beide mit Corona-Bedenken). Von den verbleibenden 10 Ersatzspielern waren 8 verhindert oder trugen Corona-Bedenken. Es verblieben neben Tom Niedermeier, Georg Seisenberger, Philip Schwertler und Armin Höller noch Herbert Peter aus der 2. Mannschaft und Lars Porsche aus der 3.Mannschaft. Bei den Gastgebern fehlten die Spitzenspieler, das Ehepaar Manakov und weitere 2 Stammspieler. Auch hier reichte die Ersatzbank nicht, 8 Spieler zu stellen. Der sportliche Wert eines solchen Wettstreits ist natürlich arg geschmälert. Aber was solllen die Vereine machen, die immer noch beide im Absteigskampf stehen? So mussten also 6 Mann das auskämpfen, was noch übriggeblieben war. Am Ende stand ein ausgeglichener Wettkampf mit je 2 kampflosen Siegen und vier Remispartien, die sogar leichte Vorrteile für die Ilmmünster zeigten. V.a. Thomas Niedermeier hatte gegen Pölz eine sehr aussichtsreiche Stellung erhalten. Am Ende wollte keiner aber zu viel riskieren, um den Mannschaftpunkt nicht doch zu gefährden. Der berühmte Spatz in der Hand war eben doch mehr wert als die Taube am Dach.

Mit 9-7 Punkten steht Ilmmünster immer noch auf Platz 4, aber nur noch 2 Punkte vor dem wahrscheinlichen Abstiegsplatz 7.

Saison in der Regionalliga wird fortgesetzt – Abstiegssituation verändert

Die nach Runde 7 (von 9) im März unterbrochene Saison wird im September fortgesetzt – zumindest in den Bayerischen Ligen. Das hat der Vorstand des Bayerischen Schachbundes beschlossen. Durch diese Entscheidung und die Entscheidung der Schachbundesliga, die Saison 19/20 in eine Saison 19/21 umzuwandeln, verändert sich die Abstiegssituation der Bayerischen Ligen.

Die erste und zweite Bundesliga setzen die Saison 19/20 im März 2021 fort und ermitteln nach Abschluss aller Runden dann erst Mitte 2021 Meister sowie Auf- und Absteiger der aktuellen, auf zwei Jahre gestreckten Spielzeit. Dadurch, dass der Bayerische Schachbund die Saison 19/20 auch nach Abschluss des Saisonendes (Juni 2020) fortsetzt und erst im September 2020 beendet und gleichzeitig an der Saison 2020/21 festhält, ergibt sich – wie Präsident Peter Eberl auf Anfrage bestätigt hat  –   die veränderte Situation, dass in dieser Saison aus der Oberliga Bayern kein Team mehr in die 2.Bundesliga aufsteigen kann. Es gibt auch keine Absteiger aus der 2.Liga, die in die OL Bayern zur neuen Saison kommen. Damit verändert sich die Abstiegssituation in allen Ligen.

In der Oberliga wird es zwei Absteiger geben, in den Landesligen und den Regionalligen hängen die Zahlen der Absteiger von den Zahlen der Absteiger der übergeordneten Ligen ab. In der Praxis ist damit die – vor der Unterbrechung – durchaus wahrscheinlche Konstellation von drei Absteigern aus der OL in die Landesligen ausgeschlossen. Damit kann es in der LLS nur noch einen oder zwei Absteiger in die RLSO geben (weil SW Nürnberg in der OL bereits nicht mehr Platz 8 erreichen kann) und aus der RLSO werden zwei oder drei (jedoch nicht mehr wie vorher wahrscheinlich vier) Mannschaften absteigen.

Unsere Mannschaft steht aktuell auf Platz 4 und braucht aus den verbleibenden zwei Partien gegen Tegernsee und Bayerwald/Regen nunmehr noch einen Punkt um sicher und aus eigener Kraft den Klassenerhalt perfekt zu machen.

Ilmmünster siegt verdient mit 5-3 gegen Angstgegner Bruckmühl –

Erstmals in dieser Saison konnte die erste Mannschaft in Bestbesetzung antreten. Es folgte eine konzentrierte Leistung der gesamten Mannschaft, die in einem verdienten, aber hart umkämpften Mannschaftssieg mündete. Allerdings mussten auch diesmal wieder schmerzhafte Einzelergebnisse durchlitten werden.

Die Ausgangssituation des Wettkampfes war klar. Da in dieser Saison mindestens drei, möglicherweise 4 von 10 Mannschaften absteigen müssen und keiner bis zur letzten Runde wissen wird, wie viele Absteiger es gibt, müsste ein Heimsieg gegen Bruckmühl her, um zumindest den Abstand zu Platz 8 zu festigen. Auch die Gäste, die auf Platz 8 rangieren, mussten gewinnen und traten ebenfalls in Bestbesetzung an.

Bereits der Auftakt des Wettkampfes verlief vielversprechend für Ilmmünster. Leo Knoblauch hatte in einer Winawer-Variante sauber agiert und schnell eine ungenau Zugfolge von Jaworek ausgenutzt. Es folgte ein sehenswerter Königsangriff, der lange vor dem Finish (siehe Diagramm) nicht mehr zu verteidigen war. Es folgte noch f6, was mit Dg6! gekontert wurde und nach h6 und Ld2 gab schwarz auf. Eine brillante Partie.

Nicht ganz so schnell, aber ebenso souverän agierte Philip Schwertler gegen Angermaier. Der Bruckmühler Routinier kam nie richtig aus seiner Königsindischen Eröffnung heraus. Selbst der Abtausch zweier Leichfiguren konnte seiner beengten Stellung ausreichend Luft verschaffen. Sehenswert das Finale. Philip hatte auf e4 einen Läufer gegen seinen letzten Springer getauscht, wonach Philip spektakulär gewann. Wie?

Schwertler-Angermaier: weiß am Zug +-

Nach diesen beiden Glanzlichtern folgte leider ein erster Dämpfer. Der Bruckmühler Kapitän Stoffel spielte gegen den favorisierten Andreas Kampert eine brachiale Angriffspartie. Andreas hatte langezeit umsichtig und schnell verteidigt, fand aber in der Diagrammstellung mit mehr als ausreichender Bedenkzeit nicht die richtige Fortsetzung. Das spektakuläre Doppelspringeropfer Sb3+, Kb1 nebst Sc3+ bc: Dc3: mit Mattdrohung hätte schwarz die Initiative und mindestens remis gesichert. Andreas spielte aber Tc8 und kam weiter unter Druck.

Mehr als kreativ hatte bis dahin Thomas Niedermeier gegen Wilhelm agiert. Der Diagrammstellung vorausgegangen war ein tief durchdachtes Bauernopfer auf c3, für das Tom den f-Bauern bis f6 vorstoßen konnte. Es folgten mind. zwei klare Gewinnstellungen. Die klarste wohl in der Diagrammstellung. Die Aufgabenstellung ist klar. Die weiße Dame will nach h6 und Matt setzen. Die schwarze Dame muss rechtzeitig nach f8, um das zu verhindern. Der Weg nach f8 führt nur über a3 oder c5. Weiß am Zug gewinnt. Aufgabe!

Stoffel – Kampert: schwarz am Zug (=)
Niedermeier – Wilhelm: weiß am Zug (+-)

Leider war Tom an dieser Stelle schon in Zeitnot und fand die Lösung des Problems nicht. Nach Dh6 und Dc5+ nebst Df8 verteidigte schwarz umsichtig und die Partie kippte. In der nächsten Diagrammstellung steht schwarz auf Gewinn. Weiß muss mit Lf2 auf Verteidigung umschalten. Aber die Partie war noch nicht vorbei.

Stoffel – Kampert: weiß opfert mit Se5:!
Niedermeier – Wilhelm: weiß am Zug (-+)

Unterdessen hatte Stoffel ein starkes Opfer auf e5 gebracht (Diagramm), das nach de: Te5: Se6 zu einer Knebelstellung für schwarz führte. So spekulativ das Opfer auch war. Es gab offenbar keine Verteidigung mehr. Weiß brachte alle Schwerfiguren auf die d-Linie und gewann sehenswert: 2-1

Bergerhoff – Huber: schwarz am Zug (unklar)
Bergerhoff – Huber: weiß am Zug: (+-)

Es folgte die Zeitnotphase mit phasenweise unglaublichen Wendungen und studienhaften Taktiken. Der Wettkampf war jetzt absolut offen.

Edi Huber hatte gegen Bergerhoff einen Gambit-Bauern gewonnen und sich anschließend sauber verteidigt. In der ersten Digrammstellung sprich t vermutlich nichts gegen Rochade. Aber Edi entkorkte kreativ h6 und nach Tg7 gewann Sf5 eine Qualität. Aber Bergerhoff fackelte nicht lange und opferte ganz im Stoffelschen Sinne eine Figur hinterher. Mit Minusturm fischte er mehr als im trüben und in der Diagrammstellung 2 hatte Edi die Partie mit Le7 eigentlich eingestellt. Aber in Zeitnot kann alles passieren und Bergerhoff fand die zweizügige Gewinnvariante nicht (Aufgabe!), sondern spielte Df4. Edi verteidigte nunmehr sauber und erreichte Diagrammstellung 3, in der nach Dd6 weiß zum Damentausch gezwungen ist. Danach gewann Edi leicht. Das war die Vorentscheidung in einer an sich sauberen Partie, die einmal allerdings kräftig wackelte.

Bergerhoff – Huber: weiß am Zug (-+)
Zeindlmeier – Reischl: (-+)

Die sofortige Entscheidung verpasste Markus Reischl gegen Zeindlmeier. Markus hatte bis dahin mit sauberem Spiel das Geschehen weitgehend diktiert und hier die Chance auf einen Studien-haften Gewinn (Aufgabe!). Vermutlich war ihm nicht bewusst, dass die Stellung einen Figurengewinn hergibt. Er zog Td1: und die Partie verflachte.

Tom hatte indes mit eisernem Kampfeswillen die Partie wieder ausgeglichen. In Diagramm 3 ist es allerdings nicht leicht, auf präzise Verteidigung umzuschalten. Tom zog ambitioniert a5? und fiel nach Td2 aus allen Wolken. Nach Dc5 folgte nämlich Db2! Und weiß hat keine Verteidigung auf der 2.Reihe mehr. Nach Tf1 und Tf2: gab Tom auf. Es war die bitterste Partie des Tages. 3-2

Niedermeier – Wilhelm: weiß am Zug (=)
Höller – Bartl: (+-)

Den Sack wiederum hätte Armin Höller zur selben Zeit zumachen können. In der Diagammstellung hatte er zwei Bauern und einen Königsangriff mehr. Die Partie war bis dahin praktisch auf ein Tor gespielt gewesen. Der einfachste Gewinn dürfte in der Stellung Lh6 sein mit Mattdrohung auf f6. Aber Armins Dg3 war auch stark. Es folgte Lh8 und Armin begriff nicht, dass die Dame auf der h-Linie und dann auf h7 sofort gewinnt. Aber Lh6 gewinnt natürlich auch., aber nicht mehr so leicht. Und nach Kf7 und einigen weiteren Zügen sowie nur noch Sekunden Inkrement auf Armins Uhr entkorkte Bartl auf ein Damenschach von h3 auf einmal den Zug f5!, der nicht nur das Schach abwehrte, sondern auch auf b2 Matt droht. Armin gelang es gerade noch, einige Figuren zu tauschen und mit einem Mehrbauern über die Zeitkontrolle zu kommen.

Zeitnot auch bei Georg Seisenberger gegen Kieffer, der die nächste Chance auslies, den Wettkampf vorzeitig zu entscheiden. Georg hatte überambitioniert die Stellung geöffnet und Weiß somit ohne Not starke Initiative überlassen, die Kieffer einen Bauern einbrachte. Nach Übergang in ein Endspiel mit Turm und Leichtfigur, konnte Georg die Stellung einigermaßen konsolidieren, als Kieffer seinerseits ein Fehler unterlief. Die Partie wäre nach Td2 sofort remis gewesen, denn weiß verliert den b3-Bauern, weil der weiße König nach Turmtausch nicht zum Damenflügel kann. Aber Georg sah den Zug in Zeitnot nicht und auch diese Partie ging in die Nachspielzeit.

Kieffer – Seisenberger: (=)
Zeindlmeier – Reischl: -+

Hier war es dann Markus, der den Wettkampf vorzeitig entschied. Nachdem Tom, Georg und Armin nicht wollten, musste der Bruckmühler Zeindlmeier eben mithelfen. Er zog hier ohne Not Sd5 und musste feststellen, dass nach Td1+ die Quali und damit die Partie verloren geht. 4-2

Es folgte das Schaulaufen von Armin, der mit 2 gegen 1 Bauern und je Turm und Springer nicht mehr verlieren konnte. Allerdings brauchte er wieder seine gesamte Bedenkzeit auf, ehe er ungefährdet zum 5-2 vollendete. In der Diagrammstelllung unten enschied der letzte Bauer auf a7 für Ilmmünster.

Höller – Bartl: +-
Kieffer – Seisenberger: Schwarz am Zug

Es folgte noch das zweite bittere Ende. Denn Kieffer hatte das Endspiel technisch stark behandelt und in ein gewonnenes Leichtfigurenendspiel transformiert. In beidseitiger Zeitnot verpasste Georg allerdings noch eine gute praktische Chance. Denn nach Se5 nebst Le4 und f5 nebst Lb7 oder La8 ist die Aufgabe für weiß nicht einfach. Denn nach La8 folgt Sd3! Und es scheitert Ka5:? an Kc5, da eine uneinnehmbare Festung entsteht. Ob Kb6 nebst Sc1 für weiß gewinnt ist auch unklar. Georg spielte indes Sh2 und kam am Ende in einen Bauernendspiel, in dem ein Tempo zum Remis fehlte. 5-3

Mit dem Sieg klettert die Erste auf Platz 4 (8-6 Punkte), drei Punkte vor Platz 8 und zwei Punkte vor dem kritischen Platz 7. Es braucht noch 1 oder 2 Punkte zum sicheren Klassenerhalt.

Die Zweite gewann gegen Ingolstadt Nord mit 4,5 – 3,5. Es siegten Topscorer Theo Eichinger (4 aus 4), Jonas Andre mit einem sehenswerten Einbruch auf die siebte Reihe und Georg Langenegger. Alfred Winkelmeier, Mario Walter und Stephan Crone remisierten. Eine bittere Niederlage musste Jungstar Alex Pertaia hinnehmen, der eine starke Partie am Ende durch einen Einsteller vergab. Auch Felix Baier konnte seine passive Stellung nicht halten. Die Zweit ist auch Vierter (7-7) Punkte und braucht zum Klassenerhalt noch 1 Punkt.

Die 3. Mannschaft spielte in der D-Klasse groß auf und siegte in Weichering mit 3.5:0.5. Zuerst gewann Bert Kaindl (auf Brett 4) einen Turm und die Partie, dann siegte auch Anton Petrov auf Brett 3. Dominik Böhm (Brett 1) spielte überlegen, gewann die Dame, worauf sein Gegner aufgab. Da waren gerade 90 Minuten gespielt und es stand bereits 3:0. Gerhard Wildmoser (Brett 2) bot dann in einer beiderseits kompakten Stellung Remis, das seine Gegnerin auch annahm

Erste kommt mit blauem Auge davon: 4-4 in Ebersberg

Armin Höller rettete mit einem Turmendspielsieg aus schlechterer Stellung heraus die erste Mannschaft vor einer Niederlage beim Tabellenletzten, der dieses mal allerdings mit einer wesentlich stärkeren Mannschaft antrat als in allen 5 Ligapartien zuvor. Leo Knoblauch spielte eine brillante Partie, Philip Schwertler gewann überzeugend, während die ersten drei Bretter ihre Partien vergurkten. Mario Walter hätte der Mann des Tages sein können. Denn er hatte bis weit ins Leichtfigurenendspiel hinein auf ein Tor gespielt, am Ende aber den Gewinn weggeworfen. Andreas Kampert spielte Remis, aber diese Partie hätte drei mögliche Ergebnisse haben können.

Für den kurzfristig erkrankten Markus Reischl rückte Mario ins Team. Die Gastgeber hatten mit Maximovic und Guzsvany zwei Legionäre eingeflogen, die normalerweise nur äußerst selten zum Einsatz kommen. Der Auftakt verlief unspektakulär. Edi Huber spielte Französisch mit Zenker, Thomas Niedermeier London mit Maximovic und Georg Seisenberger Slawisch mit Guzsvany. Leo hatte Caro Kann gegen Graf eröffnet. Auf den restlichen Brettern wurden weniger klassische Varianten gespielt. Armin hatte gegen Keil nach gutem Anfang einen positionellen Vorteil ausgelassen und stand prompt mit dem Rücken zur Wand bzw. prallte am Ebersberger Zentrum ab. Mario hatte gegen Kasmins schnell die Initiative übernommen, während Andreas gegen Gil und Philip gegen Schweiger ausgeglichen aus den Eröffnungen kamen.

Im Mittelspiel zeigte sich Leo brillant aufgelegt. Er überspielte ohne nennenswerten Zeitverbrauch den normalerweise sehr soliden Graf nach Belieben. Auch Mario stand klar besser: er hatte in eine Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauer abgewickelt. Armin indes hing in den Seilen. Seine Position war ruiniert und taktische Chancen hatte einzig sein Gegner. Bei Philip und Andreas auch in dieser Phase zähes Ringen um Vorteil – ohne Ertrag. Spannender waren die ersten drei Bretter. Edi hatte immensen Zeitvorteil, lies aber leider Zenker mehr Gegenspiel als nötig. Und so warf der Ebersberger Spitzenspieler mit nur mehr Inkrement auf der Uhr alles nach vorne. Edi gewann einen Turm, musste aber eine Quali zurückgeben und sah sich einem starken Königsangriff in der Brettmitte ausgesetzt. Letztlich überschätze er seine Stellung, spielte auf Gewinn, statt ein Dauerschach zu akzeptieren. Das sollte sich rächen – denn Zenker fand zwei stille Züge und gewann die Partie mit Matt. Georg hatte seinen f-Bauern zum Sturm auf die schwarze Rochedestellung in Bewegung gesetzt, als er von einem dubiosen Verteidigungszug Guzsvays überrascht wurde. Die entstehende Stellung war so komplex, dass Georg die objektiv gewonnene Stellung nicht heimspielen konnte. So entkam der Ebersberger Ungar und Georg stellte entnervt auch noch einen Läufer ein: 0-2.

Huber-Zenker: Td2 hielte Remis
Seisenberger – Guzsvany: wie konnte weiß gewinnen?

Auch bei Tom lief es nicht rund. Er opferte einen Bauern in schwieriger Stellung für eine offene Linie, musste aber feststellen, dass seine Figurenaktivität nicht ausreichte. Trotz vieler taktischer Tricks, die Maximovic in Zeitnot alle abwehren konnte, war die Stellung nicht mehr zu halten.

Maximovic – Niedermeier: schwarz steht nur scheinbar ok
Kasims – Walter: es folgte kaum fassbar e3??

Etwa zur selben Zeit hatte Mario seinen Mehrbauern einzügig und ohne Not eingestellt und ein klar gewonnenes Endspiel ins Remis verdorben. Bitter, denn seine Partie war bis dahin sehenswert gewesen. Musterschüler des Tages war damit einzig Leo, der am Ende noch einen Turm in bereits gewonnener Stellung gewann. Eine Partie fürs Lehrbuch: 1,5-3,5.

Die restlichen Partien gingen in dir Verlängerung. Armin spielte ein glatt verlorenes Turmendspiel, Andreas einer remisliche Blockadestellung und Philip hatte einen Bauern gewonnen. Kurz vor der letzten Zeitkontrolle vollendete Philip dann sein Tagwerk mit einem schönen Springer-Scheinopfer.

Graf – Knoblauch: schwarze Dominanz bis zum Schluss
Schweiger -Schwertler: Sh4:! gewann

Und dann geschah das Wunder: Armin übernahm mehr und mehr die Initiative, stellte seinen unerfahrenen Gegner vor Probleme und gewann schließlich einen wichtigen Bauern. Das verbleibende Endspiel war auf einmal glatt gewonnen. Auch wenn Keil kräftig mithalf, so doch großen Respekt an Armin für diesen kreativen Sieg in einer lange verlorenen Partie. Andreas wollte dann das Glück nicht weiter strapazieren und verzichtete darauf die Partie im Gambling-Modus zu entscheiden: Remis und 4-4.

Höller – Keil: c5 macht das Wunder perfekt
Kampert – Gil: am Ende war nix los!

Auch wenn sicher mehr drinnen war, so müssen wir am Ende heilfroh über das Unentschieden sein, das uns auf 6-6 bringt. Zum sicheren Klassenerhalt sind 9 Punkte nötig.

Die Zweite siegte mit 6,5-1,5 beim SK Ingolstadt II (Remis durch Karsten Stahlschmidt, Siege von Jonas Andre, Stephan Crone, Herbert Peter, Alfred Winkelmeier, Theo Eichinger und Alex Pertaia). Die Dritte spielte gegen Neuburg III 2-2. Beide Mannschaften traten zu dritt an und erreichten ein faires Unentschieden.

Erste mit hartumkämpften 4-4 gegen Gröbenzell

Mit einem am Ende verdienten Punktgewinn trennt sich die erste Mannschaft auch ohne Edi Huber und Andreas Kampert (beide auf Familienfeiern) vom Tabellenzweiten. Über weite Strecken sah es nach dem ersten Heimsieg aus. Am Ende mussten wir nach 2-4 Rückstand mit einem 4-4 zufrieden sein.

Für Edi und Andreas rückten Andi Fröschle und Markus Reischl ins Team. Jonas Andre ersetzte wieder Felix Baier. Markus gab sein Saison-Debüt und das eindrucksvoll. Andi spielte lange kreativ, am Ende aber glücklos.

Das Match begann sehr vielversprechend: Aus der Eröffnung heraus hatte Thomas Niedermeier gegen Christina Winterholler bereits entscheidenden Vorteil erspielt. In der Diagrammstellung gewann schon Se4:, weil der Springer tabu ist wegen matt auf d1. Das einzige, was sich Tom in der Folge vorwerfen muss, ist dass er nicht schneller das Match beendete. Er spielte die längste Partie von allen – allerdings praktisch vier Stunden auf Gewinn stehend. Die übrigen 7 Partien liefen über knappe vier Stunden bis zur Zeitkontrolle – und alle Partien waren umkämpft.

Georg Seisenberger hatte gegen Alexander Maier mit einer unangenehmen Variante Probleme und verlor mit e4 in der Diagrammstellung den Faden. Nach Lb4 spielten die schwarzen Leichtfiguren und das weiße Zentrum brach zusammen. 0-1

Winterholler-Niedermeier: schwarz gewinnt
Seisenberger-Maier: nach e4? gewinnt Lb4

Jonas Andre hatte hingegen stark eröffnet und klare Eröffnungsvorteile gegen Nakamura erzielt. Es war sehr bitter, dass er in der Diagrammstellung zum dubiosen Sf5 griff, und nach Lf5: ef: war e4 schon entscheidend. Und es kam noch bitterer. Andi Fröschle spielte eine interessante Partie, nahm ein Bauernopfer von Feierlein an und hatte danach schon die weiße Initiative überstanden, als es in der Diagrammstellung zu einer nicht ganz leicht zu sehenden Problematik kam: Andi nahm auf e3 den Läufer und musste anschließend feststellen, dass er nichts mehr gegen f6 tun kann; denn der Sc6 muss gedeckt werden bzw. Tbd8 musste gezogen werden, wonach f6 nebst Le4 positionell die Partie schon entschied: 0-3 in einem Wettkampf, der bis zu diesem Zeitpunkt maximal 1-2 stehen durfte.

Andre-Nakamura: Sf5? verliert
Feierlein-Fröschle: Se3: verliert die Kontrolle über f6

Die verbleibenden Bretter standen alle lange gut bis sehr gut. Schnell kam Markus Reischl zum 1-3. Er hatte die Partie schon gleich nach der Eröffnung durch eine Fesselung dominiert und in der Folge die Initiative übernommen. In der Diagrammstellung war die Partie längst schon entschieden, denn die weiße Dame ist bereits überlastet. Und auch Armin Höller gewann binnen umgehend und stellte auf 2-3. Armin hatte lange auf ein Tor gespielt, in Zeitnot seinen Vorteil vergeben, dann aber wieder stark aufgespielt und in der Diagrammstellung patzte Tunka dann mit Ld7-e6?? entscheidend. Es ist eine nette Knobelaufgabe am Brett entstanden, die Armin bis zum Matt in der Partie führte.

Golder-Reischl: schwarz gewinnt – wie?
Höller-Tunka: Ld7-e6?? war ein Fehler; warum?

Schade, dass Philip dann den Faden verlor. Er hatte in symmetrischer Stellung das Läuferpaar und hätte in der Diagrammstellung mi b4 positionelle Vorteile erzielen können. Stattdessen spielte er nach Lb5 La8 b4? und übersah die Gabel auf b3. Er verlor Quali für Bauer und konnte die entstehenden Komplikationen nicht mehr verteidigen: 2-4 mit ein bis zwei verschenkten Punkten.

Es hing nun alles an Leo Knoblauch, der gegen Schmidt die komplizierteste Partie des Tages mit vielen Aufs und Abs bestritt. In der entscheidenden Phase war eigentlich Schmidt am Drücker, nachdem beide Seiten schon Chancen herausgespielt und wieder vergeben hatten. Er opferte auf f7 den Springer und erwartete Kf7: nebst Einschlag auf e6. Stattdessen konterte Leo mit Sf4:! Und nach Sh6+ und Kg7 ef: stehen die weißen Figuren so unglücklich, dass schwarz zum entscheidenden Königsangriff kam. Dank Leos Nerven stand es 3-4 und Tom ließ es sich nicht mehr nehmen, seinen inzwischen etwas abgeschmolzenen Vorteil dann in einem Springerendspiel zum 4-4 zu verwandeln.

Schwertler-Shahin: weiß verpasst b4!
Schmidt – Knoblauch: Sf7: geht nicht, warum?

Es war mehr drinnen. Aber am Ende muss man mit dem 4-4 hochzufrieden sein. Mit 5-5 Punkten liegen wir zwei Punkte hinter Platz 1 und einen Punkt vor den Abstiegsrängen. In dieser Liga kann eben jeder jeden schlagen. Zum Klassenerhalt sind es noch drei Punkte aus vier Spielen.

Die Zweite holte auch ein 4-4 gegen Abensberg. Starke Siege holten Herbert Peter und Jugendspieler Alex Pertaia. Felix Baier und Norbert Holzmayer unterlagen, Norbert lief in glatter Gewinnstellung in ein Matt. Georg Langenegger, Lars Porsche, Stephan Crone und Mario Walter remisierten. Die dritte Mannschaft gewann durch Siege von Ivan Petrov, Bert Kaindl und Theo Eichinger und einem Remis von Anton Petrov mit 3,5-0,5 in Moosburg.

Erste gewinnt sicher in Ingolstadt

Die erste Mannschaft siegt im Lokalderby mit 5.5-2.5. Eine konzentrierte Mannschaftsleistung und ein guter Start waren entscheidend. Für den noch rekonvaleszenten Markus Reischl spielte Felix Baier und der war maßgeblich am Wettkampfverlauf beteiligt.

Baier-Doan: Sc6: gewinnt

Huber-Michaelis: Remis nach Lh7:

Felix kam gegen Doans aggressive Alapinerwiderung gut zu recht. Er rechnete sicher und tief und widerlegte den unpassenden Bauernvorstoß e5 überzeugend. Einige Züge später gewann er eine Figur für 2 Bauern, was mehr als vorentscheidend war. In der Diagrammstellung gewinnen einige Züge; Felix wählte Sc6: und nach Dd1: Ld1:! Danach ist Le6 erzwungen und mit der Idee f4 fällt am Ende der Läufer. Das Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm spielte er sicher nach Hause. Ebenso wichtig war die starke Performance von Edi Huber, der gegen den Ingolstädter Spitzenspieler Michaelis eine Winawer-Variante sicher neutralisiert. Am Ende führte ein Läuferopfer auf h7 zum Zugwiederholungsremis. Schwarz hat nach Kh7: Dh5+ nur Tf6 und danach erzwingen Dame und Springer ein Zugwiederholungsremis. Gegen einen schwächeren Gegner hätte Edi wohl nicht das Remis erzwingen, sondern statt Lh7: mit de: auf Angriff gespielt.

Der Dritte im Bunde, der den starken Auftakt absichert, war Leo Knoblauch, der gegen Perinan Freire lange Initiative hatte, keinen entscheidenden Vorteil erreichen konnte und so am Ende ein Remis sicher nach Hause spielte. 2-1.

Perinan Freire-Knoblauch: Das Endspiel ist Remis

Götz-Schwertler: am Ende gewann Ld4 eine Figur

Seisenberger- Muharemagic: Le6 gewinnt

Die restlichen Partien verliefen zunächst sehr ausgeglichen und sicher aus unserer Sicht. Die beiden verbliebenen Weißpartien von Andreas Kampert gegen Duraku und von Georg Seisenberger gegen Muharemagic waren im Gleichgewicht, wobei die Ilmmünsterer ihren Gegnern keine Gewinnchancen beliesen. So waren die Ingolstädter auf die Partien von Reilein gegen Thomas Niedermeier und Andreoli gegen Armin Höller angewiesen. Denn nur hier boten sich Ansätze, auf Gewinn zu spielen. Bei Götz gegen Philip Schwertler ging das für Ingolstadt sehr schnell schief. Philip hatte mit dem Läuferpaar und der offenen f-Linie Druck auf den e4-Bauern gemacht. In der Folge dessen kam es zu taktischen Verwicklungen, bei denen Philip schließlich eine Figur gewann. 3-1.

Und nun passierte das, was in solchen Mannschaftskämpfen immer passiert. Die führende Mannschaft ist weniger unter Druck und der Gegner muss riskieren. In der Folge patzte Duraku gegen Andreas und landete in einem Turmendspiel mit vielen Ingolstädter Bauernschwächen. Auch Muharamagic landete in einem passiven Läuferendspiel gegen Georg. Und so konnten beide Ilmmünsterer völlig gefahrlos agieren. Ein weiterer Punkt bei dem einen hätte jederzeit ein Remis des anderen bewirkt und damit den Mannschaftssieg. Kurz vor der Zeitkontrolle patzte Muharemagic dann entscheidend und Georg eroberte spielentscheidend den c6 Bauern. In der Diagrammstellung ist schwarz in Zugzwang und nach Kb8 und Kb6 gab Muharemagic auf. 4-1.

Aber Andreas hatte es da schon nicht mehr nötig, Remis zu geben. Auch er hatte einen Bauern gewonnen und spielte weiter auf den ganzen Punkt.

Kampert-Duraku: der erste Bauer eingeheimst

Reilein-Niedermeier: komplexe Stellung, Zug 40

Andreoli-Höller: schwarz hat keine Perspektive

Gefährliche Momente musste indes Tom durchleben. Die weißen Ingolstädter Damenflügelbauern schienen bedrohlich auf dem Vormarsch und Toms h- Bauer (wer sonst?) schien etwas langsam. In der Analyse zeigten sich einige weiße Gewinnideen; allerdings waren wohl alle parierbar. Armin hatte indes im Mittelspiel total den Faden verloren. Der einzige in dieser Saison bislang ungeschlagene Ilmmünsterer stand auf Verlust.

Dass es gar nicht mehr eng wurde, war dann Tom zu verdanken, der mit feinem taktischen Trick, den b-Bauern einheimste. In der Diagrammstellung zog Reilein Sd4 (a6 war etwas giftiger) und Tom kam mit Le1! ans Ruder. Wegen der Drohung Lg3 nebst Tg1 kann der König den b-Bauern nicht decken und der Läufer ist wegen Tg1 tabu. In der Folge verflachte die Stellung ins Remis, auch wenn Tom noch eine Stunde weiter im Trüben nach einem ganzen Punkt fischte.

Andreas fand danach nicht den schnellsten, aber einen sicheren Gewinnweg zum 5-1. Und Armin trickste lange in einem verloren Bauernendspiel umher. Genutzt hat es am Ende trotz aller Kreativität nichts mehr. 5-2. Tom gab dann schließlich um halb 4 sein Turmendpiel endlich Remis 5.5-2.5.

Fazit: ein sicherer Sieg ohne Glanzmomente, mit einem starken Felix, einem starken Philip und einem starken Edi. Der Rest war eine geschlossene Mannschaftsleistung wie sie in dieser Saison noch nicht erreicht worden war. Mit 4-4 Punkten fehlen uns aktuell 2 Punkte auf Platz 1 und wir haben nur zwei Punkte mehr als der Letzte. Für den Klassenerhalt braucht man 8 Punkte.

Die zweite Mannschaft verlor 3-5 in Mainburg. Mario Walter gewann am Spitzenbrett. Jonas Andre, Norbert Holzmayer, Anton und Ivan Petrov remisierten. Die dritte Mannschaft verlor 1,5-2,5 gegen Kösching 2. Die beiden U10 Spieler Fabrice Göke und Raphael Funk schlugen sich achtbar, verloren aber. Theo Eichinger gewann und Bert Kaindl remisierte.

Jugend rückt auf Platz 5 vor

Durch zwei Siege gegen Ingolstadt/Nord und Rohrbach und ein 2-2 gegen Neuburg erreicht die U12 am Saisonende mit 12-10 Punkten Platz 5. Es wurde kein einziger Wettkampf verloren. Einzig am ersten Blockspieltag konnte aufgrund von mehreren Absagen keine Mannschaft zusammengestellt werden, so dass vier Spiele kampflos abgegeben wurden. So erreichte man eigentlich 12-2 Punkte.

Mit Ivan, Martin und Fabrice haben gleich drei Spieler alle ihre Partien gewonnen. Auch Maxi, Raphael und Michael konnten sich in die Siegerliste eintragen, mussten aber auch einige Niederlagen einstecken. Aber auch das ist kein Beinbruch gewesen.

Lars hat als Trainer jedenfalls nach wie vor eine weiße Weste und das sollte nächste Saison so weitergehen.

Erste unterliegt unglücklich gegen Starnberg

Das 2,5-5,5 spiegelt den engen Wettkampf am Ende überhaupt nicht wider. Denn Ilmmünster hatte lange alle Trümpfe in der Hand und hätte mindestens ein 4-4 erreichen müssen.

Für den immer noch rekonvaleszenten Markus Reischl spielte diesmal Felix Baier. Jonas Andre rückte in die 2.Mannschaft. Ansonsten trat das Team in der Besetzung an, die in Freilassing gewonnen hatte.

Der Beginn des Wettkampfs deutete schon auf ein enges Match hin. An einigen Brettern hatten wir bessere Stellungen, an anderen zu kämpfen. Einzig Leo Knoblauch in Szalewa tauschten sich schnell in ein Leichtfigurenendspiel, das sie Remis gaben. Die Stellung war im Gleichgewicht, hätte aber durchaus Potenzial zum Weitersielen für beide Seiten gehabt.

Knoblauch – Szalewa: Remis

Höller – Tuchenhagen: +- nach b4

Ganz anders ging Armin Höller zu Werke. Er nutzte einen verfrühten Vorstoß von Tuchenhagen mit feinem Eröffnungsspiel aus und erzielte bereits nach 13 Zügen eine Gewinnstellung. Im Diagramm unten gewann schon b4. Es folgte noch ab: (Da1:, Lb2 +-) Lb2 Dd5 ab: Ta1: La1: Lb4: und nach Db4 gab schwarz auf. So hieß e nach 90 min 1,5-0,5.

Leider hatte zur selben Zeit Felix Baier bei seinem Saisondebut in der Ersten einen Eröffnungsfehler gemacht. Statt Df7 hätte er Dd7 oder Tf7 spielen müssen. Nach b5 Sd8 entschied Wehr mit dem feinen Zwischenzug Le7 die Partie pratisch schon für sich. Felix wehrte sich noch einige Zeit, konnte aber die verlorene Stellung nicht mehr halten.

Nach diesen drei schnellen Partien sah es dennoch nicht schlecht aus. Edi Huber hatte fein eröffnet und mit schwarz deutliche Vorteile gegen Steinmüller erspielt. Auch Thomas Niedermeier hatte eine vielversprechende Stellung gegen Gschwendtner ins frühe Mittelspiel transportiert. Andreas Kampert und Georg Seisenberger kämpften in ihren Schwarzpartien gegen die beiden Lizkas hingegen um Ausgleich. Da aber Philip Schwertler gegen Absmeier die aktivere Stellung zu haben schien, konnte mit einem positiven Ergebnis gerechnet werden.

Etwas bitter war dann, dass Philip zwei Ungenauigkeiten Absmeiers nicht zum frühen Gewinn nutzen konnte. So zog er a Tempo nach e5 d5, statt mit c5 praktisch schon zu gewinnen. Und später verpasste er mit dem natürlichen Sf5 einen deutlichen Vorteil. Aber so oft Absmeier auch ausglich, Philip kam immer wieder in Vorteil.

Bei Edi und Tom hingegen sah alles nach zwei Punkten aus. Denn Edi hatte einen gefährlichen Freibauern auf d3 und Tom starken Königsangriff. Auch bei Edi kann man ledlich kritisieren, dass er mit b5 und b4 zwei Tempi gab – da war eine schnellere Entscheidung möglich. Es sah so aus, dass mit nur einer weiteren verlorenen Partie der Wettkampf gewonnen sein müsste. Während Georg nach und nach ausgleichen konnte, wurde Andreas Stellung immer schwieriger.

Wehr – Baier: +- nach Le7

Litzka M – Kampert: +- nach Ld5

Just als Andreas mit der letzten Ungenauigkeit die Partie dann einstellte (e6 wurde im Diagramm mit Ld5! beantwortet), nutzte Georg eine Starnberger Unachtsamkeit in bereits kippender Partie zu einem entscheidenden taktischen Schlag. Er installierte einen Tarraschspringer auf f4, gewann einen Bauern und zerschlug die weiße Königsstellung. Mit den verbelibenden Partien von Edi, Tom und Philip sollte das eigentlich zum Mannschaftserfolg reichen.

Aber es kam anders. Edi stellte seine Partie, die bis dahin praktisch nur auf ein Tor gespielt wurde, einzügig ein. Steinmüller hatte eine Mattdrohung mit Tf1(??) aufgestellt. Es droht in der Diagrammstellung Tf4 nebst h4 matt. Und d2 geht nicht, denn dann folgt h4+ nebst Kg4 und Lf3+ mit Turmgewinn und Entschärfung des d-Bauern. Edi geriet in Panik und patzte trotz ausreichend vorhandener Bedenkzeit mit Ld5 (???). Nach Ld5: Td5: ist in der Tat Tf4 nebst matt nicht mehr zu verteidigen. Indes hätte Edi hier einzügig gewinnen können. Wie?

Steinmüller – Huber: schwarz am Zug

Niedermeier – Gschwendtner – weiß am Zug

Umgehend konterte Tom mit feinem Finish (Diagramm, Wie?) zum 2,5-3,5. Statt 3,5-2,5 mit fast sicherem Sieg, kam nun alles auf Philip an. Dieser hatte inzwischen Gewinnchance Nr.3 ausgelassen. Ein Damenrückzug nach d1 statt nach f5 hätte den e-Bauern umsonst gewonnen. In der Partie verlor Philip ein wichtiges Tempo, kam aber umgehend wieder in entscheidenden Vorteil. In der Diagrammstellung entschied sich dann der Wettkampf. Philip zog – mit wenig Bedenkzeit – Sf5 (?), was den schlechten Lc8 gegen den starken Sh4 tauschen lässt und die Dame abseits stellt. Es folgte Lf5: Df5: und nach g6 Df3 folgte Sd7 mit klarem schwarzen Vorteil dank der gefährlichen Freibauern. Indes hätte auch Philip hier einzügig gewinnen können. Das primitive De3 mit erzwungenem Damentausch lässt drei passive schwarze Leichtfiguren zurück und die weißen Bauern c und d sind viel gefährlicher als die nicht mehr unterstützen a- und b-Bauern.

In der Partie waren auf einmal Philips Dame und die Leichfiguren deplatziert und Absmaier spielte Punkt und Mannschaftssieg locker nach Hause.

Schwertler – Absmaier: weiß am Zug

Litzka R – Seisenberger: schwarz am Zug

Die Slapstickeinlage des Tages sollte indes noch folgen – allerdings nur noch für die Gallerie. Georg hatte mit 5 min gegen 2 min eine klare Gewinnstellung am Brett, die Litzka zu letzten Schwindelchancen zwang. Der Starnberger versuchte schließlich das Opfer Sf6: mit der letzten Minute auf der Uhr. Und hier geriert Georg völlig durcheinander, verwarf das geplante Df3: wegen Se8:+ ohne auch nur einen Zug weiter zu rechnen. Es gewinnt jeder praktisch Königszug die weiße Dame und damit die Partie. Auch der Partiezug Kf6: gewinnt noch – aber jetzt war die Rechenaufgabe in der Zeit nicht mehr zu schaffen. Man müsste Kg7 finden und dann verstehen, dass nach Sd7: Kf7 gewinnt, weil die Mattdrohung jetzt nicht mehr ohne Damenopfer abwehrbar ist. Georg nahm auf e5 mit dem Turm (mit 1 Sekunde Bedenkzeit) und nach Le5: begriff er, dass der Gewinn futsch war. Derart geschockt überschritt er in immer noch gleicher Stellung die Zeit.

Das Endergebnis von 2,5-5,5 war natürlich viel zu hoch. Im Gegensatz zur Auftaktniederlage gegen Ergolding waren wir dieses mal fast vier Stunden am Drücker und verloren binnen 20 min zwei bis drei Brettpunkte und zwei Mannschaftspunkte. Immer noch sind die krassen Fehler nicht abgestellt. SO liegen wir aktuell mit 2-4 Punkten am Tabellenende und benötigen gegen Ingolstadt dringend einen Sieg in der nächsten Runde.

Die Zweite unterlag gegen Beilngries mit 3,5-4,5. Herbert Peter gelang ein sehenswerter Opfersieg. Stephan Crone. Alfred Winkelmeier, Norbert Holmayr, Jonas Andre und Georg Langenegger spielten Remis. Mario Walter und Dominik Böhm verloren. Die Dritte gewann 4-0 gegen Moosburg 6 in der Aufstellung Lars Porsche, Alex Pertaia, Ivan Petrov und Anton Petrov.

1 2 3 7