{"id":278,"date":"2018-02-06T15:25:01","date_gmt":"2018-02-06T15:25:01","guid":{"rendered":"https:\/\/svi-schach.net\/?p=278"},"modified":"2018-02-25T20:56:03","modified_gmt":"2018-02-25T20:56:03","slug":"erste-unterliegt-abermals-tabellenschlusslicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/svi-schach.net\/index.php\/2018\/02\/06\/erste-unterliegt-abermals-tabellenschlusslicht\/","title":{"rendered":"Erste unterliegt abermals Tabellenschlusslicht"},"content":{"rendered":"<p>Den heutigen Spielverlauf ertr\u00e4gt man zum Teil nur mit Galgenhumor, bitte sehen Sie es also Ihrem Berichterstatter nach, wenn er hin und wieder auf genau diesen in den folgenden Zeilen zur\u00fcckgreift:<\/p>\n<p>Als Aufbaugegner f\u00fcr Tabellenschlusslichter allerseits beliebt pr\u00e4sentierte sich die erste Ilmm\u00fcnsterer Schachmannschaft heute. Ein Gl\u00fcck, dass in den n\u00e4chsten Runden tabellarisch st\u00e4rkere Gegner auf uns zukommen werden \u2013 dann ist der Spielausgang zumindest von vorneherein noch offen \u2013 aber der Reihe nach:<\/p>\n<p>Nachdem zun\u00e4chst Markus Reischl aufgrund eines Infekts krankheitsbedingt ersetzt werden musste, gesellte sich zu diesem in der Nacht auf Sonntag Mannschaftsf\u00fchrer Georg Seisenberger hinzu, welcher ebenfalls aufgrund Magen-Darm-Infekts passen musste. Genial dann der \u201eSchachzug\u201c der Ilmm\u00fcnsterer \u201eBosse\u201c, Jonas Andre in die erste Mannschaft zu bef\u00f6rdern, um ihm eine Stunde mehr \u201eVerpennungszeit\u201c einzur\u00e4umen. Sorry, der musste sein. Doch nun zum seri\u00f6seren Teil des Berichts:<\/p>\n<p>Mit bunt zusammengew\u00fcrfelter Mannschaft gingen die Ilmm\u00fcnsterer diesmal an den Start. An 1-3 die drei \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, Andreas Kampert r\u00fcckte auf Brett 4 vor, Felix Baier auf 5, Armin H\u00f6ller auf 6, sowie Andre Jonas und Stephan Crone auf 7 und 8. Damit haben wir\u2019s ingesamt genial gel\u00f6st: Der zweiten Mannschaft die DWZ-st\u00e4rksten Leute abgezogen, diese dadurch geschw\u00e4cht \u2013 und selbst nicht einmal gewonnen.<\/p>\n<p>Dabei gelang den Ilmtalern ein Einstand nach Ma\u00df: Der Verfasser dieser Zeilen konnte auf Brett 3 seine Partie bereits nach 2 Stunden siegreich gestalten. Nach sizilianischer Drachener\u00f6ffnung lie\u00df Olbrich seinen K\u00f6nig zu lange in der Mitte, was Thomas Niedermeier durch \u00d6ffnung des Zentrums gut ausnutzen konnte \u2013 der Germeringer hatte nur die Auswahl zwischen Figurenverlust oder weiteren \u00dcbeln und musste nach 18 Z\u00fcgen die Segel streichen. 1-0 nach zwei Stunden, eigentlich doch gar nicht so \u00fcbel oder? Auch Andreas Kampert konnte in der normalerweise remislich wirkenden Rubinstein-Variante der franz\u00f6sischen Verteidigung mit den wei\u00dfen Steinen Vorteile akkumulieren. Nachdem sich sein Germeringer Gegen\u00fcber kaum noch r\u00fchren konnte, erl\u00f6ste Andreas ihn schnell und kn\u00fcpfte ein Mattnetz. Starke Partie von Andreas, der immer Herr der Lage war und sch\u00f6n \u201evollstreckte\u201c \u2013 2-0.<\/p>\n<p>Dann kamen unsere Ilmm\u00fcnsterer Jungstars ins Spiel \u2013 mit der Schillerndste davon Felix Baier. Nach Aljechin-Er\u00f6ffnung \u201everga\u00df\u201c Felix Baier den schwarzen Befreiungszug d6-d5 und fand sich schnell in einer f\u00fcr ihn unbequemen Stellung wieder. Er hatte deutlichen Raumnachteil und alle 4 Leichtfigurenpaare waren noch am Brett. Dass sein Gegner sich in der Folge kooperativ zeigte und nach und nach 3 Paare davon abtauschte, damit konnte man eigentlich nicht rechnen, es geschah jedoch genau so. Sein Gegner zog mehrmals seinen verbliebenen Springer hin und her und Felix begann damit, seine Dame \u00fcber das komplette Feld zu schicken. Das Ganze entlud sich in einem taktischen Handgemenge, welches in einer Stellen 2 T\u00fcrme gegen Dame endete. Die Turmpartei vertrat der Ilmm\u00fcnsterer, der in der Abwicklung zuvor allerdings durch den Sperrzug Te5!! Eigentlich unter die R\u00e4der h\u00e4tte kommen m\u00fcssen. Gl\u00fcck f\u00fcr Felix, dass sein Gegner in Zeitnot war \u2013 sonst h\u00e4tte er den Gewinnzug vielleicht entdeckt. Felix besetzte daraufhin mit beiden T\u00fcrmen die 2. Reihe und bedr\u00e4ngte den wei\u00dfen K\u00f6nig, welcher auf der ersten Reihe abgeschnitten war und konnte am Ende undeckbare Mattdrohungen aufstellen. Eine typische Baier-Partie mit erfolgreichem Ende aber nicht immer wasserdichten Varianten. Egal \u2013 3-0 f\u00fcr den SVI.<\/p>\n<p>Was sollte also noch schiefgehen? 3-0 vorne gegen das Tabellenschlusslicht. Dachte sich auch Andre Jonas \u2013 der nach Rossolimo-Er\u00f6ffnung den Zug 3. Lb5 mit 3. \u2026 Sa5!? kontern wollte. Sicherlich eine kreative Behandlung, allerdings verlangt diese Variante eine sensible Behandlung des Schwarzen. Im fr\u00fchen Mittelspiel musste Andre dem Wei\u00dfen dann das gesamte Zentrum sowie seinen schwarzfeldrigen L\u00e4ufer \u00fcberlassen \u2013 und stand sehr gedr\u00fcckt, wenn auch noch haltbar. \u201eMaximal remis\u201c dachte ich mir und genauso kam es dann nach weiteren Irrungen und Wirrungen auch \u2013 Jonas nahm beim Stande von 3-0 also Remis an und meinte nachher \u201eH\u00e4tte ich bei 3-0 etwa in der Stellung nicht Remis annehmen sollen?\u201c Zu diesem Zeitpunkt war mit 0-4 aus den verbliebenen Partien noch nicht zu rechnen, von daher war das Remis nach dem Partieverlauf eher ein gewonnener halber Punkt f\u00fcr uns. 3,5 \u2013 0,5 f\u00fcr Ilmm\u00fcnster.<\/p>\n<p>Weiter geht\u2019s \u2013 wir wechseln auf Brett 6 zu Armin H\u00f6ller. Nach relativ ruhiger englischer Er\u00f6ffnung begann Armin damit, seine K\u00f6nigsfl\u00fcgelbauern nach vorne zu schieben mit der Folge, dass sein eigener K\u00f6nig eine zuk\u00fcnftig ziemlich zugige Behausung bewohnen musste. Nachdem er taktisch das L\u00e4uferpaar aufgeben musste und der gegnerischere L\u00e4ufer sich in der Nachbarschaft des wei\u00dfen K\u00f6nigs auf h3 einfand, stand es schon relativ schlecht um den wei\u00dfen Monarchen bestellt. Nach weiteren Abenteuern hingen am Ende mehrere Figuren des wei\u00dfen gleichzeitig \u2013 was gleichbedeutend mit der Aufgabe war. 3,5 \u2013 1,5 also \u2013 noch komfortabel aber auch noch nicht \u201edurch\u201c.<\/p>\n<p>Stephan Crone auf Brett 8 wurde mit der \u201eModernen Verteidigung\u201c konfrontiert. Diese eigentlich etwas anr\u00fcchige Er\u00f6ffnung beschert dem Wei\u00dfen im Normalfall gro\u00dfen Raumvorteil im Zentrum sowie gro\u00dfe Freiheit bei der Planwahl. Leider agierte Stephan f\u00fcr meinen Geschmack etwas zu \u00e4ngstlich, sah viele gegnerische Drohungen, wo nicht wirklich welche existierten und fand sich in einem Mittelspiel mit eigener schwieriger Figurenstellung wieder. Nichts Dramatisches, aber man erkannte schon, dass es schwer werden w\u00fcrde, einen konstruktiven Plan zu finden. Auch in dieser Partie kam es zu einer \u201eEntladung\u201c: Stephans Gegner wollte taktisch einen Bauern gewinnen, wonach Stephan wohl Dauerschach gehabt h\u00e4tte \u2013 aber Stephan w\u00e4hlte eine andere Abwicklung, welche auch nicht schlecht aussah. Sein Gegner erstaunte die Kiebitze in der Folge dann mit einer Art \u201eHarakiri-Opfer\u201c, welches inkorrekt war. Durch die Ilmm\u00fcnsterer Zeitnot beg\u00fcnstigt konnte Stephan seine Gewinnstellung allerdings leider nicht verwerten und \u00fcbersah ein wichtiges Detail \u2013 was in einer taktischen Stellung schnell die Partie kosten kann \u2013 so auch hier. 3,5 \u2013 2,5 nur noch.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich rechnete ich immer noch mit einem Sieg, da unsere beiden Spitzenspieler an 1 und 2 doch zusammen einen Punkt zusammenbekommen sollten, dachte ich mir. Und es sah auch lange gut aus \u2013 Edwin Huber kam in seine Vorbereitung und konnte ein gutes Mittelspiel f\u00fcr sich verbuchen, in dem sein L\u00e4ufer st\u00e4rker als der Deues\u2019sche Springer sein sollte. Mittendrin packte Deues dann die taktische Keule aus, schlug mit seiner Dame auf f7 ein und gewann damit vorl\u00e4ufig einen Bauern, den Edi allerdings schnell zur\u00fcckerobern konnte. Mir gefiel seine Stellung, wenn auch, um Andreas Kampert zu zitieren, vermutlich \u201enicht viel los\u201c war. In der Folge konnte Edi sogar einen Mehrbauern f\u00fcr sich verbuchen und es schien, als w\u00fcrde er mit seinen Freibauern locker gewinnen, doch Deues begann einen K\u00f6nigsangriff mit K\u00f6nig Turm und Springer, welcher wohl vom Ilmm\u00fcnsterer Spieler etwas untersch\u00e4tzt wurde, bei bestem Spiel aber wohl kaum durchschlagend h\u00e4tte sein d\u00fcrfen. Zum Ungl\u00fcck der Ilmtaler ging der Angriff durch \u2013 der Ausgleich: 3,5 \u2013 3,5.<\/p>\n<p>Der letzte verbliebende Vertreter war also Philip Schwertler. Dieser schlug mit 1. e4 auf und es entwickelte sich ein Italienisches L\u00e4uferspiel mit zun\u00e4chst stereotypen Stellungsbildern. Dass die schwertlersche Kreativit\u00e4t nicht allzu lange w\u00fcrde auf sich warten lassen, war dem Schreiber dieses Berichts schnell bewusst und Philip begann, mit g2-g4 Raum am K\u00f6nigsfl\u00fcgel zu gewinnen, w\u00e4hrend sich Gegner Wawra zun\u00e4chst einigelte und \u201ehinten drin\u201c stand. In der Folge h\u00e4tte Philip durch ein brilliantes Damenopfer die schwarze Stellung im Sturm erobern k\u00f6nnen \u2013 und damit wohl die Partie seines Lebens spielen k\u00f6nnen. Leider lebte er zu diesem Zeitpunkt nur noch vom Inkrement. Wenn man das Opfer einmal sieht, dann ist es eigentlich gar nicht so schwer, durchzurechnen, man muss das Motiv halt in Windeseile ersp\u00e4hen. Da er seinen K\u00f6nig in der Mitte lie\u00df, bekam Wawra dann Gegenchancen, welche allerdings bei bestem Spiel wohl in ein f\u00fcr Philip vorteilhaftes Endspiel m\u00fcnden h\u00e4tten sollen. Leider verlor unser K\u00e4mpfer in der Folge etwas den Faden, gab seine Dame f\u00fcr 2 T\u00fcrme und konnte keine befriedigende Figurenkoordination herstellen, sodass Wawra die Initiative \u00fcbernahm und am Ende siegreich vom Feld ging. 3,5 \u2013 4,5!<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Nackenschlag \u2013 Nach 3,5 \u2013 0,5 am Ende nichts mehr geholt und sogar noch verloren! Unglaublich bitter, aber die Chancen auf den Mannschaftssieg waren da, man h\u00e4tte sie nur ergreifen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den heutigen Spielverlauf ertr\u00e4gt man zum Teil nur mit Galgenhumor, bitte sehen Sie es also Ihrem Berichterstatter nach, wenn er hin und wieder auf genau diesen in den folgenden Zeilen zur\u00fcckgreift: Als Aufbaugegner f\u00fcr Tabellenschlusslichter allerseits beliebt pr\u00e4sentierte sich die erste Ilmm\u00fcnsterer Schachmannschaft heute. 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